Brot & Brötchen Frühstück

Handsemmerl

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Hallo, ihr Lieben!

Ein frisches Semmerl vom Bäcker, und zwar am besten mit Mamas Marmelade oder mit viel Nutella – das war früher das Größte für mich. Zum Frühstück ließ ich mir das richtig schmecken, heillos verschmierter Mund und klebrige Finger inklusive. Ganz am Anfang zupfte ich aber immer den weichen, köstlichen Teig, der sich beim Auseinanderschneiden von auf der oberen Hälfte des Semmerls so schön zusammengeballt ist, mit den Fingern heraus und verspeiste ihn. Genau so mache ich es heute auch noch, höchstens vielleicht ohne verschmierten Mund, wobei ich im Falle von Nutella für nichts garantieren kann. 😉

Handsemmerl
Handsemmerl
Handsemmerl

Der Bäcker in meinem Heimatort war weithin bekannt dafür, die allerbesten Semmerl zu haben. Sie waren unglaublich resch und innen so flaumig, dass ich sie gerne auch einfach ohne alles gegessen habe.

Nun ja, den Bäcker gibt es nicht mehr (in dieser Form) und im Laufe der Jahre habe ich vom Weißbrot zu Vollkornweckerln gefunden, aber Semmerl sind trotzdem immer noch ein außerordentlich großer Genuss, und daher dachte ich mir, ich probiere es doch mal selbst. Ich wollte sowieso schon immer wissen, wie Semmerl ihre hübsche Form bekommen.

Handsemmerl

Nun seht ihr, dass meine Exemplare denen beim Bäcker nicht im höchsten Grade ähnlich sehen, aber schön sind sie trotzdem, oder? Jedes Semmerl ein Unikat. 🙂 Und sie schmecken wirklich traumhaft. Das muss wohl daran liegen, dass ich sie wirklich verwöhnt habe, vom extra sorgfältig gekneteten Teig über das Einsprühen mit Wasser vor dem Backen bis hin zum Backen mit Dampfstoß.

Handsemmerl
Handsemmerl

Es hat sich gelohnt, denn die Semmerl haben mir ein Frühstück beschert, bei dem ich mich fast wieder wie ein kleines Mädchen gefühlt habe, das alles vollbröselt und den Mund mit Nutella verschmiert hat. 😀

Mein Rezept will ich euch nicht vorenthalten. 🙂 Ich habe das Video verlinkt, mit dem ich das Formen der Semmerl gelernt habe. Das scheint mir praktischer als eine komplizierte Anleitung in Worten, und für Schritt-für-Schritt-Fotos waren ich und die Arbeitsfläche einfach zu sehr eingemehlt. 😉

Gutes Gelingen!

Alles Liebe
Sarah

Handsemmerl

Das heiß geliebte Frühstücksgebäck meiner Kindheit

Gericht Frühstück
Küche Österreichische Küche
Schlagwörter Gebäck, Semmerl
Zubereitungszeit 1 Stunde
Koch-/Backzeit 20 Minuten
Gehzeit 1 Stunde 5 Minuten
Gesamtdauer 1 Stunde 20 Minuten
Portionen 8 Stück
kcal pro Portion 258 kcal
Autorin Sarah

Zutaten

Für den Teig

  • 500 g griffiges Weizenmehl
  • 15 g Gerstenmalzmehl
  • ½ Würfel frischer Germ
  • 10 g Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 150 ml lauwarme Milch
  • 150 ml lauwarmes Wasser (mit der Milch vermischt)
  • 2 EL geschmolzene Butter

Außerdem

  • 1 TL weiche Butter zum Einreiben
  • 2-3 EL Roggenmehl
  • 2-3 EL Stärke

Zubereitung

  1. Mehl und Gerstenmalzmehl in einer großen Schüssel vermischen. In der Mitte eine Mulde formen und die Milch-Wasser-Mischung hineingießen. Den Germ hineinbröckeln, eine gute Prise Zucker dazugeben und mit einem kleinen Schneebesen rühren, bis sich der Germ aufgelöst hat. Dabei etwas Mehl mit einarbeiten. Die Schüssel zudecken und das “Dampfl” (Vorteig) 10 Minuten gehen lassen.

  2. Das Salz auf das Mehl rundum das Dampfl streuen, die Butter in die Schüssel geben, alles vermischen und  zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Lasst euch Zeit beim Kneten – je gründlicher das gemacht wird, desto besser wird der Teig.

  3. Die Schüssel säubern, den Teig zu einer Kugel formen, mit etwa ½ weicher Butter einreiben, in die Schüssel legen, abdecken und 20 Minuten gehen lassen.

  4. Den Teig noch einmal kräftig durchkneten. Wer ihn am Abend zubereitet, um die Semmerl am nächsten Morgen zu backen, reibt den Teig nun wieder mit ½TL weicher Butter ein, legt ihn zurück in die Schüssel, verschließt diese mit Frischhaltefolie und stellt den Teig über Nacht in den Kühlschrank. Er wird dabei etwas fest, daher am Morgen auf jeden Fall eine Stunde vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen.

  5. Den durchgekneteten Teig in 8 gleich große Stücke teilen und zu schönen Kugeln mit glatter Oberfläche schleifen. Die Kugeln etwa 10 Minuten ruhen lassen, und dann daraus Handsemmerl formen. Dafür die Teigkugeln zu Kreisen mit ca. 10 cm Durchmesser ausrollen. Den Zeigefinger einer Hand in die Mitte eines Kreises setzen. Mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand den Teig an einer Stelle über dem Zeigefinger nehmen und nach unten zur Mitte klappen. Den Zeigefinger der anderen Hand daraufsetzen, sodass die Teigfalte in der Mitte fixiert ist. Dann den Teig ein Stück weiter rechts (ihr müsst es euch wie eine Uhr vorstellen – das wäre jetzt ca. auf 14:00) nehmen und wieder zur Mitte klappen. Dadurch entsteht eine Falte von außen nach innen, die schon an die charakteristische Form von Semmerln erinnert. So arbeitet ihr euch einmal rund um den Kreis. Bei mir werden es immer fünf Mal falten. Beim letzten Mal muss man ein bisschen improvisieren, weil das letzte Stück Teig, das in die Mitte gefaltet werden muss, immer etwas größer ist.

    Wichtig bei der ganzen Angelegenheit: Nicht mit zu viel Mehl arbeiten und das Fixieren in der Mitte mit dem Zeigefinger ernst nehmen. Dieser "Knopf" muss am Ende echt gut halten, sonst gehen die Spitzen beim Backen in die Höhe (das weiß ich aus Erfahrung). Deswegen eben auch nicht zu viel Mehl.

    Ich habe das Formen anhand dieses Videos gelernt. Es ist von Ofner, von dem ich auch das Gerstenmalzmehl beziehe {unbezahlte Werbung}.

  6. Die geformten Semmerl verkehrt auf das Backblech legen, mit etwas Mehl bestreuen und mit einem Geschirrtuch abdecken. 25 Minuten gehen lassen.

  7. Den Backofen rechtzeitig auf 250° Ober-/Unterhitze vorheizen und ein möglichst tiefes Backblech auf der untersten Schiene mit aufheizen.

  8. Die Semmerl vorsichtig umdrehen und mit einer Mischung aus Roggenmehl und Stärke stauben (ich mache das mit einem Sieb). Kräftig mit Wasser besprühen und das Blech in den Ofen schieben. Das Blech darunter ein Stück herausziehen, eine Tasse heißes Wasser daraufschütten und schnell die Ofentür schließen. Dadurch entsteht ein Dampfstoß, der die Semmerl schön aufgehen lässt.

  9. Nach 10 Minuten Backzeit die Temperatur auf 225° reduzieren und ca. 10 Minuten weiterbacken. Die Semmerl sollen eine goldgelbe Farbe bekommen.

  10. Das Blech aus dem Ofen holen und die Semmerl auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Anmerkungen

Nährwerte pro 100 g: 258 kcal | 46,4 g KH | 9,0 g EW | 3,7 g F

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