Herzhaft

Bärlauchcremesuppe

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Liebe Genussmenschen,

diese und nächste Woche stehen ganz im Zeichen von Bärlauch. Ich muss ja dem ganzen Süßkram für Ostern etwas entgegensetzen. 😉 Keine Sorge, meine Osterrezepte gibt es auch noch, aber jetzt erstmal Bärlauch. Die Saison hat begonnen, und so schnell, wie sie beginnt, ist sie leider immer auch schon wieder vorbei. Also lasst uns keine Zeit verlieren, denn der “wilde Knoblauch” ist eine Delikatesse, die wir gebührend würdigen sollten.

Er wächst auf Wald und Wiese, und die länglichen, schlanken Blätter werden gerne mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen verwechselt. Vorsicht, denn die sind giftig! In der Regel ist der Geruchstest verlässlich, denn Bärlauch riecht intensiver als 10 Knoblauchknollen, richtig scharf und würzig.

Wer Wald und Wiese nicht vor der Haustür hat und sich zudem das Verwechslungsrisiko ersparen möchte, bekommt guten Bärlauch am Bauernmarkt, und zwar in Bünden zu je ca. 80 g. Günstig ist er nicht, aber dank des intensiven Geschmacks benötigen wir ihn nicht in großen Mengen, und außerdem ist die Saison eben so kurz, dass es niemandes Ruin sein wird. 😉

Ich starte mein Bärlauch-Special mit einem Klassiker: Bärlauchcremesuppe. Sie erinnert geschmacklich an Knoblauchcremesuppe, ist aber noch intensiver und hat einen entscheidenden Vorteil: Sie sieht einfach hübsch aus. Im Gegensatz zum eher faden Weiß der Knoblauchcremesuppe kommt sie mit einem kräftigen Grün daher und lässt sich wunderbar mit Kürbiskernöl und Schlagobers verzieren.

Falls ihr euch fragt, was es mit den vielen Büchern auf sich hat: Auf Instagram gibt es den – für sich sprechenden – Hashtag #mehrrealitätaufinstagram. Gute Foodfotos erwecken ja oft den Eindruck, wir Blogger würden uns den ganzen Tag mit schönen, eleganten Dingen umgeben und dem Genuss frönen. Äh ja, schön wär’s.

In meinem Fall besteht die Realität aus unzähligen Büchern und Fachaufsätzen, die ich als Germanistin bewältigen muss. Natürlich lese ich gerne, aber meine persönliche Leseliste ist mir allemal lieber als die obligatorischen Lektüren aus den Seminaren (mit einigen Ausnahmen). Die Ehre, als Unterlage für die Suppenschüssel zu dienen, hatte deshalb ein Buch, das mir persönlich sehr am Herzen liegt: Arno Geigers neuer Roman Unter der Drachenwand.

Ich serviere die Bärlauchcremesuppe gerne als Hauptgericht mit reichlich Gebäck zum Kontrast gegen die Würze. Als Vorspeise empfehle ich, die Suppe mit Croûtons zu garnieren. Ob Hauptgericht oder Vorspeise – eines ist garantiert: Diese Suppe holt mit ihrer kräftigen Würze garantiert auch noch die letzten Faulenzer aus dem Winterschlaf. 😉

Guten Appetit!
Eure Sarah

Bärlauchcremesuppe

Frühling in der Suppenschüssel, und zwar richtig kräftig.

Zubereitungszeit 20 Minuten
Koch-/Backzeit 25 Minuten
Gesamtdauer 45 Minuten
Portionen 4

Zutaten

  • 2 Bünde Bärlauch
  • 2 Zwiebeln
  • 1 große Kartoffel
  • 2 EL Butter
  • 2 EL glattes Weizenmehl
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 125 ml Schlagobers
  • Muskatnuss
  • Salz
  • Pfeffer
  • 4 TL Kürbiskernöl

Zubereitung

  1. Die Zwiebeln grob hacken, die Kartoffel schälen und würfeln und beides in einem Topf in der Butter anschwitzen.

  2. Mit dem Mehl stäuben, einrühren und 800 ml Gemüsebrühe angießen. Aufkochen und bei niedriger Hitze zugedeckt etwa 20 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln weich sind.

  3. Inzwischen den Bärlauch waschen, leicht trocken schütteln, hacken und mit der restlichen Gemüsebrühe fein pürieren.

  4. Die Suppe pürieren, den Bärlauch dazugeben und noch einmal pürieren.

  5. Das Schlagobers bis auf etwa 4 EL einrühren, würzen und 5 Minuten köcheln lassen.

  6. Die Bärlauchcremesuppe zum Servieren mit dem restlichen Obers und Kürbiskernöl beträufeln.

  7. Die Suppe in Teller füllen und mit dem restlichen Schlagobers und dem Kürbiskernöl garnieren.


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